Ganz ehrlich: Die letzten Monate waren dank Pandemie und Dauerstress nicht gerade ein Wunschkonzert für das Liebesleben. Viele Paare merken das deutlich im Schlafzimmer.
Spüren Sie in letztere Zeit auch so eine Flaute im Schlafzimmer? Hand aufs Herz: Die jüngeren Krisenjahre, der allgegenwärtige Alltagsstress und die ständigen Umstellungen im Job- und Privatleben gehen selten spurlos an uns vorbei. Bei etlichen Paaren hat das spürbar am Liebesleben gekratzt. Doch wie lässt sich das Feuer neu entfachen und die Lust wieder ankurbeln? Ein paar wissenswerte Hintergründe helfen dabei, die eigene Libido besser zu begreifen und gezielt zu wecken.
Was bedeutet eigentlich „Libido“?
Kurz gesagt meint die Libido schlicht das sexuelle Verlangen. Sie beschreibt jenen psychischen Zustand, der uns überhaupt erst nach körperlicher Nähe und Intimität dürsten lässt. Völlig egal, ob Mann oder Frau – dieses Empfinden kennen wir alle. Eine feste Norm, ab wann eine Libido „normal“ ist, sucht man in der Wissenschaft allerdings vergebens.
Meistens fällt ein schwindendes Verlangen erst im direkten Vergleich auf: Entweder weil die Partnerin oder der Partner plötzlich ganz andere Bedürfnisse hat, oder weil die eigene Lust in einer früheren Lebens- oder Beziehungsphase schlicht intensiver war.
Sexuelle Unlust: Wie äußert sich das Problem?
Ein Libidoverlust oder mangelnde Erregung lassen sich ganz unterschiedlich einordnen. Genau diese Differenzierung hilft Sexualtherapeuten dabei, die genauen Ursachen zu durchleuchten und passende Hilfestellungen parat zu haben.
Dabei unterscheidet man im Wesentlichen folgende Formen:
- Primär – hier war das eigene Sexleben de facto schon immer von einer extrem schwachen Libido geprägt (und Themen wie Orgasmus oder Erektion spielten kaum eine Rolle);
- Sekundär – die betroffene Person blickt zwar auf eine unbeschwerte sexuelle Vergangenheit zurück, plagt sich nun aber plötzlich mit Blockaden oder Unlust herum;
- Generalisiert – von einem flächendeckenden Lustverlust spricht man, wenn absolut null sexuelle Gedanken oder Fantasien da sind. Das zieht sich komplett durch, völlig egal ob man gerade allein auf der Couch sitzt oder eng mit dem Partnerkuschelt.
- Situationell – in diesem Fall ist das Begehren prinzipiell durchaus da, allerdings nur unter bestimmten Vorzeichen. Man verspürt beispielsweise Lust auf Selbstbefriedigung, empfindet für den festen Partner im Bett aber keinerlei sexuelle Anziehungskraft mehr.
Ob nun primär oder sekundär, generalisiert oder an bestimmte Situationen gekoppelt: Hinter einer nachlassenden Libido stecken meist sehr konkrete Auslöser.
Warum plötzlich die Lust fehlt: Typische Ursachen im Check
Hinter schwankendem oder schwindendem Verlangen verbergen sich oft ganz alltägliche Dinge. Zu den häufigsten Übeltätern zählen:
- Stress – wenn der Kopf ständig rattert, schaltet die Libido auf Sparflamme. Sexuelle Erfüllung braucht einen freien Geist und innere Ausgeglichenheit. Experten betonen immer wieder, dass Körper und Psyche im Einklang sein müssen, damit die Lust blühen kann. Dauerstress schlägt zudem auf den Schlaf, treibt den Puls nach oben oder macht schlicht mürbe und müde.
- Das Älterwerden – mit den Jahren schraubt sich das Verlangen nach kleinen Intimitäten (egal ob solo oder zu zweit) oft ganz natürlicherweise herunter. Bei Frauen sinkt der Hormonspiegel ab Mitte Vierzig kontinuierlich, während Männer im Laufe ihres Lebens vermehrt über Erektionsschwierigkeiten stolpern können.
- Beziehungskrisen – richtet sich die Flaute im Bett gezielt gegen den Partner oder die Partnerin, spiegelt das meist tieferliegende Reibungspunkte in der Beziehung wider. Hier muss man als Paar den Blick unbedingt weit über das rein Sexuelle hinausrichten.
Übrigens können auch ein zu üppiger Alkoholkonsum, ein fordernder Beziehungsalltag oder manche Medikamente ordentlich auf die Libido drücken. Tritt die Flaute zudem plötzlich völlig umfassend auf, steckt bisweilen auch ein psychisches Problem dahinter.
Einfache Hacks, um die Libido wieder in Schwung zu bringen
Wer das Web nach Tipps gegen sexuelle Unlust durchforstet, stößt im Handumdrehen auf unzählige Ratschläge und spezialisierte Plattformen.
Ein paar bewährte Stellschrauben helfen jedoch fast immer, um das Liebesleben zu beleben und Frust im Schlafzimmer gar nicht erst groß werden zu lassen:
- Ein gesunder Lifestyle – dazu gehören eine bunte, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung. Das kurbelt die Produktion von Glückshormonen an, stärkt das Körpergefühl und weckt ganz nebenbei die Lebensgeister für mehr Intimität.
- Sanfte Aphrodisiaka aus der Teekanne – manche Heilkräuter (wie etwa Muira Puama) entfalten aufgebrüht eine wunderbar anregende Wirkung auf die Lustzentren.
- Entspannende Verwöhnmassagen – eine Massage mit ätherischem Ylang-Ylang-Öl lockert nicht nur verspannte Muskeln, sondern wirkt bei Frauen oft wie ein echter Turbo für die Libido.
- Gleitgele und erotisches Zubehör – manchmal braucht es einfach frischen Wind. Mit passenden Intimgleitmitteln, kribbelnden Gels oder ausgewählten Toys lässt sich das Vorspiel völlig neu entdecken und die Lust gezielt kitzeln.
Fazit
Letztlich läuft beim Thema Lust alles auf Ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden hinaus. Wer merkt, dass er allein nicht weiterkommt, holt sich am besten professionelle Unterstützung bei einer Sexualberatung – so klappt es auch mit den heißeren Abenden auf freemeet garantiert wieder.